Ich habe nicht nur mit 13 mein erstes Buch angefangen zu schreiben. Wenn ich ehrlich bin, fing das Ganze noch viel früher an. Ich war das Kind mit dem Kopf voller Geschichten. Ich habe gezeichnet, erfunden, ganze Welten erschaffen – oft im Stillen, oft allein. Worte waren mein Zuhause. Auch wenn sie sich manchmal vor mir versteckten, mich verwirrten, mir Streiche spielten.
Ich war Legasthenikerin. Und irgendwann war ich „die mit dem Fehler“. Ich wurde sogar in die Sonderschule eingestuft. Ein Jahr lang durfte ich mir anhören, dass ich nicht richtig sei. Dass ich nicht so funktioniere wie die anderen. Dass ich nicht träumen sollte – schon gar nicht davon, Autorin zu werden. Denn wie sollte eine Legasthenikerin bitte gute Bücher schreiben?
Aber genau das ist der Punkt: Ich schreibe, weil ich es nicht anders kann. Ich habe so viele Gedanken, so viele Bilder, Ideen, Träume – sie tanzen in meinem Kopf, fliegen wie Drachen durch meine Nächte und landen als Sätze auf Papier. Wenn ich nicht schreiben würde, würde ich explodieren.
Ich beschäftige mich viel mit Persönlichkeitsentwicklung. Und irgendwie vermischen sich all diese Themen in mir – wie ein bunter Cocktail aus Fantasie, Tiefe und Erkenntnis. Oft denke ich: Oh mein Gott, diese eine Idee hat Potenzial. Und ich muss sie aufschreiben, bevor sie wieder verschwindet.
Mittlerweile hat sich meine Legasthenie ziemlich beruhigt. Klar, manchmal verdrehe ich Wörter oder verliere mich in einem Satz, der plötzlich zu tanzen beginnt. Aber ganz ehrlich – das Leben tanzt auch. Und manchmal tanze ich eben mit. Für mich ist das heute eher ein Geschenk. Ein Beweis dafür, dass wirklich alles möglich ist. Und genau das ist auch das, was ich in meinem Blog immer und immer wieder sage: Alles ist möglich. Du bist die einzige Person, die dir selbst Grenzen setzt.
Ich schreibe gerade mein „erstes richtiges Buch“. Das klingt vielleicht komisch, weil ich schon viele Bücher geschrieben habe. Aber diesmal fühlt es sich anders an. Ich habe einen Plan, eine Strategie. Gleichzeitig versuche ich, nicht mein Gefühl zu verlieren. Denn wenn wir nur nach Plan schreiben, wird der Text leblos. Und wenn wir nur nach Gefühl schreiben, verlieren wir uns manchmal.
Du kennst das vielleicht: Die ersten Seiten fließen, du bist euphorisch. Und dann – Stille. Eine Blockade. Nichts geht mehr. Du erzählst deinem Umfeld, dass du an einem Buch schreibst, aber es bleibt bei diesem einen Satz: Ich bin gerade dabei. Und das Ende? Bleibt in der Schublade. Unveröffentlicht. Ungelesen. Weil Zweifel lauter sind als Mut.
Und genau das will ich ändern. Mit diesem Text. Mit meiner Geschichte. Ich möchte dir zeigen, dass deine Kreativität nicht umsonst da ist. Dass du schreiben darfst – schreiben musst, wenn da etwas in dir ist, das raus will.
Du greifst im Grunde auf eine Idee aus dem Universum zu. Du nimmst sie, formst sie mit deinen Erfahrungen, deinen Wunden, deinen Sehnsüchten. Und irgendwann liest jemand dein Buch und denkt: Wow. Genau das habe ich gebraucht.
Aber zurück zum Anfang. Ich schreibe jetzt also dieses große Buch. Und ich weiß, es wird ein Bestseller. Nicht, weil ich mich überschätze, sondern weil ich diese Idee so sehr spüre, dass sie gar nicht anders kann, als groß zu werden. Ich bin vielleicht erst bei Seite 30, aber ich bin drin. Und gleichzeitig merke ich, wie schnell ich mich verkopfe. Plötzlich denke ich darüber nach, ob ich meine Zielgruppe auch wirklich anspreche, ob der rote Faden passt, welche Verlage ich später anschreiben könnte. Und zack – bin ich raus. Blockiert.
Was mache ich also? Ich kicke die Blockade einfach weg. Ganz ehrlich: Ich habe keinen Bock auf diese alten Muster. Ich will nicht wieder fünf Jahre verstreichen lassen, nur weil ich Angst habe. Ich will schreiben. Und zwar jetzt.
Ich musste also herausfinden, was genau mich blockiert. Und die Antwort war: Ich bin zu sehr im Kopf. Ich hatte vergessen, wie sich Schreiben aus dem Gefühl anfühlt. Und genau dahin bin ich zurückgegangen. Ich habe mir erlaubt, zu fließen. Ohne Druck, ohne Plan, ohne Angst. Und weißt du was? Plötzlich kam der Flow zurück. Ich erinnerte mich an einen Satz, den mir mal ein Mann aus Peru am Bahnhof gesagt hat: Just go with the flow. Lass dich treiben. Sei im Moment. Und das gilt nicht nur fürs Leben – sondern auch fürs Schreiben.
Wenn du schreibst, dann fließt etwas durch dich hindurch. Wie das Blut in deinen Adern. Und wenn das Blut blockiert ist, bekommst du einen Infarkt. So ist es auch mit Geschichten. Schreibblockaden sind wie Herzinfarkte deiner Kreativität. Finde heraus, was sie auslöst – und dann löse sie auf.
Am Anfang geht es nicht darum, alles richtig zu machen. Du wirst dein Buch sowieso mehrfach überarbeiten. Am Anfang geht es nur um eins: Schreiben.
Ja, es ist wichtig, eine Richtung zu haben. Einen roten Faden, ein Ziel. Aber du gehst diesen Weg wie eine Leiter – Stufe für Stufe. Kapitel für Kapitel. Niemand springt vom Boden direkt aufs Dach. Du musst die Stufen gehen. Und das darf dauern.
Vergiss die Stimmen in deinem Kopf. Vergiss, was gestern war. Und scheiß auf morgen. Das Einzige, was zählt, ist: Jetzt.
Ich bin kein Profi. Aber wer ist das schon? Kein Meister ist vom Himmel gefallen. Oder wie ich manchmal sage: Kein Himmel ist vom Meister gefallen. Ich verdreh die Dinge eben gerne. Aber weißt du was? Ich lache darüber. Und ich liebe es, über mich selbst zu lachen. Denn das macht das Leben leichter.
In den nächsten Blogbeiträgen zeige ich dir gerne, wie ich meinen roten Faden erstelle, wie ich meine Kapitel strukturiere und was ich sonst noch so übers Schreiben gelernt habe. Aber heute geht es nur um eins:
Fang an. Und bleib dran.









