Eine persönliche Reise zwischen verlorener Kreativität, KI-Magie und neuem Mut.
Als Kind konnte ich stundenlang schreiben, zeichnen, träumen. Ich bastelte meine eigenen Comicbücher, klebte, faltete, erzählte mir selbst Geschichten, in denen alles möglich war. Diese Welt war mein Rückzugsort – sicher, verspielt und grenzenlos.
Doch irgendwann, inmitten des Erwachsensein, Ausbildung, Leistungsdruck und dem ständigen Funktionieren im Job als Mediengestalterin, verlor ich den Zugang zu dieser Welt. Kreativität wurde zur Arbeit. Zur Pflicht. Zur Taktung am Fließband. Und mit der Zeit fühlte sich das weiße Blatt nicht mehr nach Freiheit an, sondern nach einer Wand. Ich konnte nicht mehr schreiben. Nicht mehr zeichnen. Zehn Jahre lang.
Bis zu dem Moment, als meine Cousine mir erzählte, dass sie ein Baby erwartete. Etwas in mir erwachte. Die Idee kam wie ein Sonnenstrahl nach einem langen Winter: Ich wollte ihr zur Geburt ein einzigartiges Kinderbuch schenken. Kein gekauftes. Sondern eine Geschichte, die direkt aus meinem Herzen kam. Mit Bildern, die nicht nur niedlich, sondern fühlbar waren.
Ich tauchte ein in die Welt der KI, lernte Midjourney kennen, experimentierte mit Bildideen – Szene für Szene. Stundenlang feilte ich an den Illustrationen, passte Farben und Perspektiven an, bis das Bild stimmte. Für mich. Für das noch damals ungeborene Kind, das dieses Buch in den Händen halten sollte.
Die Geschichte selbst? Sie floss aus mir heraus, als hätte sie all die Jahre in mir gewartet. Innerhalb von 30 Minuten war der Text fertig. Doch dann kamen die nächsten Fragen: Welches Format sollte ich wählen? Welche Druckerei will ich suchen? Wie viel würde das kosten? Und: Könnte ich vielleicht noch mehr solcher Bücher machen – für andere Kinder, andere Familien?
Ich testete verschiedene Formate in InDesign – anfangs falsch, natürlich. Aber ich lernte schnell. Und irgendwann hielt ich es dann in den Händen: mein erstes eigenes, (selbst) KI illustriertes Kinderbuch. Es war mehr als Papier und Tinte. Es war der Beweis, dass man zurückfinden kann. Zur Kreativität. Zum Mut. Zum inneren Kind.

Quelle: ChatGPT – So könnte (d)ein Kind nach deinen Büchern greifen
Wie du dein eigenes Kinderbuch erschaffen kannst – Schritt für Schritt
Wenn du den Traum in dir trägst, ein eigenes Kinderbuch zu erschaffen – sei es für dein eigenes Kind, ein Patenkind, die Kinder in deinem Umfeld oder einfach aus einem inneren Ruf heraus – dann teile ich hier meine ganz persönlichen Schritte mit dir. Sie basieren auf meiner eigenen Reise, voller Versuch, Irrtum, Gänsehautmomente und kleinen Erfolgswundern.
1. Die Idee – aus dem Herzen geboren
Alles beginnt mit einem Gefühl. Einem Gedanken, der bleibt. In meinem Fall war es der Moment, als meine Cousine mir von ihrer Schwangerschaft erzählte. Sofort hatte ich dieses tiefe Bedürfnis, ihr etwas zu schenken, das von mir kam. Persönlich. Unverwechselbar. Ich wollte keine Vorlage von Etsy personalisieren – ich wollte eine eigene Geschichte schreiben. Eine, die verbindet. Und genau das ist dein Startpunkt:
Was möchtest du dem Kind mitgeben? Welche Welt möchtest du ihm öffnen? Welche Gefühle darf es erleben?
Du brauchst keine perfekte Handlung. Du brauchst Mut zur Ehrlichkeit. Und die Bereitschaft, dein Herz auf Papier zu legen.
2. Die Bilder – der kreative Spielplatz
Ich wollte unbedingt selbst die Bilder gestalten, aber gleichzeitig effizient arbeiten. Also tauchte ich ein in die Welt der KI-Illustration. Zunächst nutzte ich Midjourney – die Ergebnisse waren oft atemberaubend, aber auch frustrierend.
Manche Bilder passten nicht, oder wurden „absichtlich“ leicht daneben generiert – vermutlich, um meine Prompts schneller zu verbrauchen. Und diese Prompts kosten. Schnell wurde es teuer, denn ich wollte jede Szene perfekt haben.
Heute würde ich es anders machen und empfehle dir daher diese Alternativen, mit denen du kostenlos oder sehr günstig starten kannst:
- Bing Image Creator (kostenlos, basiert auf DALL·E – sehr nutzerfreundlich)
- Craiyon (simpel, für schnelle Skizzen und Ideenfindung)
- Canva KI-Bildgenerator (besonders für verspielte Illustrationen geeignet)
- Playground AI (intuitiv, auch für komplexere Szenen)
- Adobe Firefly (professionell, in der Testphase kostenlos nutzbar)
💡Tipp: Nutze ChatGPT, um Bildideen als Prompts auszuformulieren. Beschreib z. B. die Szene, die Stimmung, Farben und Stil – und du bekommst passende Eingaben für dein KI-Tool.
3. Das Layout – vom Gedanken zum Buchformat
Die fertigen Texte und Bilder mussten nun in eine Form gebracht werden, die druckfähig ist – mit Seitenzahlen, einem stimmigen Aufbau und einem ansprechenden Titelbild.
Ich habe mein Titelbild damals selbst in Photoshop gestaltet, weil ich mir die maximale kreative Freiheit erhalten wollte. Doch auch, wenn du Photoshop nicht nutzt, kannst du ein wunderschönes Cover ganz einfach mit Canva erstellen – oder du lässt dir mit ChatGPT passende Titelideen, Layoutvorschläge oder Prompts für die Bildgestaltung geben.
Beim Erstellen der Illustrationen habe ich darauf geachtet, dass manche Bilder über zwei Seiten laufen (also eine sogenannte Doppelseite bilden). Das bedeutet, das Motiv erstreckt sich über die linke und rechte Seite einer aufgeschlagenen Buchmitte hinweg.
Damit die Qualität dabei nicht verloren geht, sollten die Bilder in hoher Auflösung generiert werden (mindestens 300 dpi) und das Seitenverhältnis entsprechend angepasst sein. Besonders wichtig: In der Buchmitte, dort wo der Bund ist, sollten keine zentralen Details oder Gesichter liegen – diese könnten sonst beim Binden „verschluckt“ werden.
Für das eigentliche Layout habe ich mit Adobe InDesign gearbeitet. Dabei ist mir anfangs ein Fehler passiert: Ich hatte die Seiten nicht korrekt angelegt – und das ist entscheidend. Denn bei der Druckdatei unterscheidet man:
- Einzelseiten (z. B. bei einfachen Softcover-Büchern)
- und Doppelseiten / gegenüberliegende Seiten (wie in klassischen Bilderbüchern)
Hinzu kommt, dass das Titelbild und die letzte Seite häufig separat behandelt oder bei manchen Anbietern sogar außerhalb der Innenseiten-PDF hochgeladen werden müssen – je nach Druckerei. Manchmal wird auch zwischen Cover (Umschlag) und Inhaltsseiten unterschieden, vor allem wenn der Umschlag laminiert oder anders verarbeitet wird.
💡 Mein Tipp:
Informiere dich vor dem Layouten ganz genau auf der Website deiner Druckerei, ob du eine gesonderte Cover-Datei brauchst und ob das Buch im Inhalt Einzelseiten oder Doppelseiten erwartet. So ersparst du dir später das mühsame Umstellen der ganzen Datei.
Programme, die dir beim Layout helfen können:
- Canva – super für Einsteiger, auch für Cover-Gestaltung
- Affinity Publisher – kostengünstig, sehr professionell
- Adobe InDesign – für erfahrene Gestalter:innen
Und das Wichtigste: Hab keine Angst davor, etwas falsch zu machen. Ich habe aus meinen „Fehlern“ am meisten gelernt – und mit jeder Seite wurde mein Buch mehr zu dem, was ich mir erträumt hatte.

Quelle: ChatGPT – Wenn man mit der KI Bilder generiert muss man immer stark auf Fehler achten, sonst wird es peinlich!
4. Der Druck – aus der Datei wird ein echtes Buch
Als ich das erste Mal mein eigenes Buch in den Händen hielt, war das ein unbeschreiblicher Moment. Doch davor stand die Wahl der richtigen Druckerei – und das kann überfordernd sein.
Ich hatte mich zunächst dafür entschieden, eine Druckerei in meiner Nähe aufzusuchen, um mich persönlich beraten zu lassen. Ich wollte sehen, fühlen, verstehen – was absolut verständlich ist, besonders beim ersten Buchprojekt.
Im Nachhinein muss ich jedoch sagen: Viele Online-Druckereien sind nicht nur günstiger, sondern auch besser ausgestattet für solche Projekte. Die Auswahl an Formaten, Papierstärken, Bindungsarten und Veredelungen ist online oft viel größer. Und wenn man sich vorher gut informiert, kann man beruhigt darauf vertrauen.
Wichtig ist, dass du prüfst, ob die Druckerei deine Anforderungen erfüllt.
Für mich war z. B. entscheidend, dass:
- die Seiten besonders dick und stabil sind (nahezu wie Pappe),
- sodass kleine Kinderhände die Seiten nicht so leicht einreißen oder beschädigen können – denn, sind wir ehrlich: genau das passiert schnell!
Hier ein paar Anbieter, mit denen viele Selfpublisher gute Erfahrungen gemacht haben:
- BoD (Books on Demand) – einfache Plattform mit deutschem Support, eigene ISBN möglich
- epubli – ideal für Einsteiger, bietet auch einen Cover-Designer
- lulu.com – besonders geeignet, wenn du international versenden möchtest
- wir-machen-druck.de oder print24 – preiswert für Kleinauflagen, gute Druckqualität
💡 Achte vor der Bestellung auf:
- Papierstärke (für Kinderbücher empfehle ich mind. 170–250g/m²)
- Bindung (Hardcover wirkt hochwertig und ist robuster)
- Farbdruck & Laminierung (matt wirkt edler, glänzend ist farbintensiver)
- Angaben zum Buchblockformat, damit deine InDesign-Datei exakt passt
- Mindestbestellmenge und Lieferzeit
Du musst nicht alles perfekt wissen – aber dich zu informieren zahlt sich aus. Und manchmal ist der Mut zur Entscheidung wertvoller als endloses Grübeln.
5. Mut zum Start – dein Herzprojekt darf wachsen
Mein größter Lernmoment:
Perfektion ist der Feind der Entstehung.
Hätte ich gewartet, bis alles perfekt ist, gäbe es dieses Buch heute nicht. Und vermutlich wäre die Blockade wieder gekommen.
Also bitte: Fang an. Schreib deinen ersten Satz. Skizziere dein erstes Bild. Teste deinen ersten Druck.
Und feiere dich – für jeden noch so kleinen Schritt.
Denn am Ende geht es nicht nur darum, ein Buch zu machen.
Es geht darum, dich selbst wieder zu spüren. Deine Kreativität zu ehren. Und etwas zu schaffen, das bleibt.









